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Jüngster Eintrag in unserer Rubrik „Aktuelles”

07. Januar 2017Neues zu unseren Instrumentenstipendien

Willkommen bei der DCS!

Deutsche Clavichord Societät e.V.

Orgel St. Katharinen, Probsteierhagen Orgel Stiftskirche, Preetz

Einige Hintergrundinformationen zu unserer Website.
Some short English notes for foreign visitors of our website.

Aktuelle Nachrichten
für Mitglieder und Clavichordfreunde

Liebe Clavichordfreunde,

das Jahr 2017 ist vorangeschritten, die 43. Clavichordtage in Probsteierhagen und Preetz stehen unmittelbar bevor:

Vom 25. Mai (abends) bis zum Abschlusskonzert am 28. Mai 2017 werden wir Bernhard Klapprott, Ying-Li Lo, Roman Mario Reichel, Gabriele Schenkel, Sigrun Stephan, Menno van Delft und Harald Vogel an Clavichord, Truhenpositiv und/oder den historischen Orgeln der Ortskirche St. Katharinen und der Stiftskirche im Kloster Preetz hören. Wie über den Link Clavichordtage/Vorschau zu erfahren, werden sich die Konzerte schwerpunktmäßig mit „350 Jahre Franz Tunder“ und „250 Jahre Georg Philipp Telemann“ befassen. Im ersten Falle werden Werke der „Norddeutschen“ von den Schülern Jan Pieterszoon Sweelincks bis hin zu Johann Gottfried Müthel erklingen, der in Mölln geboren ist; im zweiten werden unter Mitwirkung von Ursula Schmidt-Laukamp (Block/Traversflöte) Telemanns Hamburger Jahre im Mittelpunkt stehen.

Ganz besonders aber möchte ich auf den Vortrag Harald Vogels am 26. Mai aufmerksam machen: er wird über „Die Helmstedter Tabulatur für Tasteninstrumente (1641) und die norddeutsche Spielweise in der Mitte des 17. Jahrhunderts“ sprechen, ein Thema, das auch für „Kenner und Liebhaber des Clavichords“ von Bedeutung ist – immerhin gilt das „Helmstedter Clavierbuch“ Fachleuten als die umfangreichste Quelle ihrer Zeit. Darüberhinaus wird Prof. Vogel am Folgetag Werke aus der „Tabulatur der Christiana Charlotte Amalia Trolle“ zu Gehör bringen, die auf ihrer ersten Innenseite den Eintrag „Preetz d. 23 Februar, Anno 1702“ enthält.

Lassen Sie mich zuletzt aber eine Lanze brechen nicht für die Musik, sondern für den Landstrich, in dem wir zu Gast sein werden: die Probstei. Der Name wird darauf zurückgeführt, dass die Region zu Beginn des 16. Jahrhunderts weitgehend dem Kloster Preetz zugehörte, das 1211 gegründet worden war – mit mehr als vierzig Dörfern im Umkreis. Die Ansiedlung mit der Kirche St. Katharinen wurde zu jener Zeit als „Probsteyer Hagen“ bezeichnet; ihre Aufgabe war es, den umliegenden Weilern und Gehöften als Kirchdorf Anlaufstelle für den Gottesdienstbesuch zu sein. Nach der Reformation gelangte das Kloster in die Hände des Adels und wurde zu einem Damenstift umgewandelt, das in seiner Grundstruktur heute noch besteht. Mit der Aufsiedlung des vormals klösterlichen Landes verbunden war die Eingemeindung des westwärts gelegenen Gutes Hagen in den Ort heutiger Namensschreibung, und die gesamte Region etwa von der Höhe des Selenter Sees bis zur Ostsee nannte man einfach „die Probstei“.

Lassen Sie sich von diesem Landstrich, von der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts, von dem Clavichord und seinen Schwesterinstrumenten verzaubern!

Guido Sold (Präsident der DCS)

Wesel, im Mai 2017

Tabulaturmanuskript des „Preetzer Clavierbuchs“ (1702). Mit Erlaubnis des Unternehmens Wachholtz Verlag, Kiel.

Bilder am Seitenkopf: Ansichten der historischen Orgeln in Probsteierhagen (links) und im Adeligen Kloster Preetz (rechts). Beide Fotos: Gabriele Schenkel



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