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Neuigkeiten, Ankündigungen und besondere Mitteilungen.

Anonymes Clavichord (Russell Collection, Edinburgh)

Anonymes dreifach gebundenes Clavichord, Flämisch [?] ca. 1620, Russell Collection, Edinburgh, Nr. 4486. Foto: Thomas Pfeiffer

Clavichordstipendien

07. Januar 2017

Neuigkeiten von unseren Stipendiaten:

Die Deutsche Clavichord Societät hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 1993 der Pflege und Wiederbelebung der Clavichordkultur verschrieben. Dies geschieht seit diesem Jahr auch durch Instrumentenstipendien in Form einer zeitlich befristeten Überlassung jeweils eines von drei Clavichorden.

Ermöglicht wird das Projekt durch die großzügige Stiftung des im Jahre 2015 viel zu früh verstorbenen Freundes und Mitgliedes Dr. Michael Dalhoff. Schon zu Lebzeiten hat Michael Dalhoff den Wunsch geäußert, dass drei Clavichorde aus seiner Instrumentensammlung nach seinem Tod der Deutschen Clavichord Societät übereignet werden und fortan im Sinne der Förderung der Clavichordkultur, insbesondere in der Förderung des Nachwuchses eingesetzt werden. Diesen Wunsch kann die Deutsche Clavichord Societät mit der Vergabe von Instrumentenstipendien in Form einer zeitlich befristeten Überlassung seither Wirklichkeit werden lassen. Mit der Überlassung eines Instruments soll für den Nutzer/die Nutzerin die Möglichkeit, aber auch die Verpflichtung verbunden sein, zwischenzeitlich, am Ende der Überlassungsperiode oder in einem angemessenen Zeitrahmen danach ein Konzert im Rahmen der Clavichordtage zu geben oder in anderer geeigneter Weise die Resultate seiner/ihrer Clavichordarbeit der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Das Projekt hat nun die ersten künstlerischen Ergebnisse hervorgebracht:

Ein gebundenes Clavichord nach der Urbino-Intarsie (ca. 1479) von Pierre Verbeek wurde an Veit-Jacob Walter vergeben. Veit-Jacob Walter widmet sich im Besonderen der Musik aus der Zeit des 13. bis 15. Jahrhunderts und verfolgt dabei vor allem das Anliegen, ikonographische Auswertungen mit schriftlichen Quellen zu Musik und Instrumentenbau zu verbinden und in die Aufführungspraxis zu integrieren. Der mehrfache Preisträger (u.a. zahlreiche Preise beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert, Gewinner des Händelwettbewerbs Karlsruhe in der Kategorie Cembalo und des Concours artistique d’Épinal/France) studierte mittelalterliche Tasteninstrumente bei Corina Marti an der Schola Cantorum Basiliensis und Cembalo bei Prof. Jörg Halubek an der Bruckneruniversität Linz und schloss beide Studiengänge mit Auszeichnung ab. Ab dem Herbstsemester 2016 wird er seine Studien im Bereich mittelalterliche Tasteninstrumente bei Corina Marti an der Schola Cantorum Basiliensis im Master-Studium fortsetzen. Die Ergebnisse seiner Beschäftigung mit dem Urbino-Clavichord konnte man in einem fulminanten Konzert im Rahmen der Clavichordtage in der Welschnonnenkirche Trier erfahren. Ein weiterer Bericht dazu soll folgen.

Die zweite Stipendiatin ist Ying-Li Lo. Sie wurde in Taiwan geboren. Nach ihrem ersten Klavierunterricht bei Jie-Wen Wu setzte sie 1996 ihre Klavierausbildung an der staatlichen Oberschule „Hsin-Tien” bei Prof. Alexander Sung fort. Ab 2002 absolvierte sie ein Klavierstudium bei Prof. Thomas Steinhöfel an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar, seit 2007 studiert sie am dortigen Institut für Alte Musik bei Prof. Bernhard Klapprott Cembalo und Clavichord. Seit 2013 ist sie als Lehrbeauftragte für Korrepetition und Cembalo Nebenfach am Institut für Alte Musik in Weimar und seit 2015 als Cembalo-Korrepetitorin und -Lehrerin an der Musikschule in Erfurt tätig. Sie spielt seit März 2016 das bundfreie Clavichord nach Hubert. Ihre Arbeit wird sie im Rahmen der kommenden Clavichordtage in Probsteierhagen präsentieren.

Haben Sie Interesse am Stipendien-Programm? Weiterführende Informationen und Kontaktmöglichkeiten finden Sie auf der Seite mit unserem Vereinsprofil.



Verzeichnis „anonymer“ Clavichorde

02. Oktober 2016

Neu in unserer Rubrik Clavichordkultur – Literatur und Noten:

Eine umfangreiche Excel-Liste historischer Clavichorde ohne Signatur, die keinem Erbauer zuzuordnen sind, ergänzt seit neuestem unsere Rubrik Clavichordkultur – Literatur und Noten. Zusammengestellt von Lothar Bemmann, bietet sie erstmals einen geographisch sortierten Überblick der bekannten rund 480 Instrumente.



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